Krampfadern sollten frühzeitig behandelt werden

Informieren Sie sich hier über die konservativen Behandlungsmethoden

Konservative Krampfader-Therapie

Krampfadern mit konservativen Methoden behandeln

Zu den konservativen Behandlungsmethoden von Krampfadern zählen die medikamentöse Therapie und die Kompressionstherapie. Sportliche Betätigung und Venentraining wird von einigen Experten ebenfalls zu den konservativen Therapiemethoden gezählt. Keine der konservativen Behandlungsformen bringt die Krampfadern dauerhaft zum Verschwinden, sondern es werden ausschließlich die Symptome gelindert.

Medikamentöse Therapie von Krampfadern

Wer an Krampfadern leidet und diese nicht gleich vom Arzt entfernen lassen will, behandelt die Krampfadern oft erst einmal symptomatisch. Dazu gibt es verschiedene Venenmittel in Form von Salben, Gels und Sprays zum Auftragen auf die Haut oder Tabletten und Kapseln zum Einnehmen. Die Mittel zur äußeren Anwendung sind umstritten und die Wirkung ist meistens nicht wissenschaftlich belegt. Die Wirksamkeit von Venenmitteln wie den Ödemprotektiva zum Einnehmen gegen Beschwerden und Wassereinlagerungen in den Beinen ist dagegen durch wissenschaftliche Daten belegt und allgemein akzeptiert. Allerdings verschwinden die Krampfadern durch die Venenmittel nicht. Suchen Sie daher frühzeitig einen Arzt auf, der Ihre Venen gründlich untersucht, da die Krampfadererkrankung fortschreitend ist und Komplikationen verursachen kann.

Linderung der Beschwerden mit Ödemprotektiva

Bei Krampfadern kommt es zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Venenwand für Blutbestandteile wie z. B. dem Eiweiß. Weiterhin bewirken das dauerhaft erhöhte Blutvolumen und der hohe Druck in den kranken Venen, dass vermehrt wässrige Flüssigkeit aus den Venen ins Gewebe austritt und sich dort ansammelt. Das so genannte Ödem ist entstanden. Ödemprotektiva reduzieren die krankhafte Durchlässigkeit der Venenwände und wirken so der Wasseransammlung im Gewebe entgegen. In Studien konnte eine Volumenreduktion des Beines – also eine abschwellende Wirkung – bereits nach einigen Wochen Einnahme gezeigt werden. Auch eine Verbesserung der Durchblutung sowie des Stoffaustausches in den kleinsten Blutgefäßen und eine zellschützende Wirkung gegenüber so genannten freien Radikalen konnte in einigen Arbeiten nachgewiesen werden. Ödemprotektiva sind in der Apotheke erhältlich und werden als traditionelle Arzneimittel bei Ödemen, zur Linderung der Schwere- und Schwellungsgefühle in den Beinen und bei müden Beinen angewendet. Bei der Therapie mit Venenmitteln empfiehlt sich ein möglichst frühzeitiger Beginn und eine regelmäßige Einnahme. Obwohl die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit in Studien nachgewiesen wurden, sind die Ödemprotektiva nicht mehr zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnungsfähig. Sie müssen daher vom Patienten selbst bezahlt werden.

Wirkstoffe mit nachgewiesener Wirkung auf Beinbeschwerden und Ödeme

Wirkstoffgruppe Wirkstoff
Flavonoide Rutin (Japanischer Schnurbaum, z. B. Rutin-Kapseln®)
Flavonoide Troxerutin (Japanischer Schnurbaum, z. B. Troxeven®)
Flavonoide Quercetin (Rotes Weinlaub z. B. Antistax®)
Saponine Aescin (Rosskastanie, z. B. Venostasin®)

 

Allgemein gilt, dass die Anwendung von Venenmitteln eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen kann und soll.

Mit Druck gegen Krampfadern durch die Kompressionstherapie

Kompressionsstrümpfe zur konservativen Krampfader-Behandlung (mit freundlicher Genehmigung von Sigvaris)

Kompressionsstrümpfe zur Krampfader-Behandlung (mit freundlicher Genehmigung von Sigvaris)

Die Basis der konservativen Therapie bei Krampfadern und deren Folgeerscheinungen ist die Kompressionstherapie. Sie wird auch zur Vorbeugung von Thrombosen und bei Lymphödemen eingesetzt.

Das konsequente Tragen von Kompressionsstrümpfen oder -verbänden ist eine wirkungsvolle Maßnahme bei allen Venenkrankheiten – vor allem in den fortgeschrittenen Krankheitsstadien, die Beschwerden verursachen.

Durch die Kompression wird ein dauerhafter, lokaler Druck von außen auf das Bein ausgeübt, der dazu führt, dass die Venen und insbesondere die krankhaft erweiterten Venen im Bein zusammengedrückt werden. Dadurch wird die Funktion der Venenklappen teilweise wieder hergestellt, die Arbeit der Muskelpumpen unterstützt, die Fließgeschwindigkeit des Bluts (und der Lymphe) erhöht und der Transport des venösen Bluts zum Herzen vermehrt und beschleunigt. Der Blutrückfluss in die falsche Richtung und Wasseransammlungen im Gewebe werden reduziert und die damit verbundenen Beschwerden gelindert.

Die Kompression kann durch das Anlegen eines Verbandes mit Kompressionsbinden oder durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen erzeugt werden, wobei Kompressionsverbände in der Regel stärker wirken.

Das ständige Tragen von Kompressionsstrümpfen kann also bei größeren Krampfadern die Symptome lindern und Folgeerkrankungen verzögern bzw. lindern. Da eine Krampfader von selbst nicht mehr verschwindet, muss die Kompressionstherapie lebenslang angewendet werden. Die Beschwerden verschlimmern sich wieder, wenn die Kompressionsstrümpfe nicht mehr regelmäßig getragen werden.

Die Kompressionstherapie wird auch ergänzend bei fast allen Behandlungsmethoden angewendet. In der Regel werden nach der Behandlung von Krampfadern noch für einige Tage bis Wochen Kompressionsstrümpfe oder -verbände getragen, um das Behandlungsergebnis zu optimieren. Ihr Arzt wird zusammen mit Ihnen entscheiden, was für Sie die optimale Kompressionstherapie ist.

Der Kompressionsstrumpf

Kompressionsstrümpfe gibt es in verschiedenen Stärken und Längen. Die medizinischen Kompressionsstrümpfe werden in 4 Kompressionsklassen eingeteilt, je nachdem wie viel Druck sie auf das Bein ausüben. Stützstrümpfe sind deutlich schwächer und werden daher bei Venenerkrankungen nicht empfohlen.

Die Größe der Kompressionsstrümpfe wird nach Vermessung der Beine z. B. im Sanitätshaus bestimmt. Nach ungefähr sechs Monaten hat ein Kompressionsstrumpf in der Regel ausgedient, weil er ausleiert und den erforderlichen Druck nicht mehr aufbaut. Heutzutage sind Kompressionsstrümpfe nicht mehr hässlich und nicht mehr mit dem zu vergleichen, was man früher „Gummistrumpf“ genannt hat. Es gibt schicke Modelle in fast allen Farben und die Strümpfe werden daher besonders von jüngeren Patienten meistens den Kompressionsverbänden vorgezogen. Aber auch der Kompressionsband hat seine Vorteile gegenüber dem Strumpf.

Der Kompressionsverband

Kompressionsbinden zur konservativen Behandlung von Krampfadern

Kompressionsbinden  …

Kompressionsbinden zur konservativen Behandlung von Krampfadern

… zur konservativen Behandlung von Krampfadern

Der Kompressionsverband wird vom Arzt angelegt, da die Technik beim Wickeln für die Wirksamkeit entscheidend ist. Häufig werden zwei Binden übereinander gewickelt. Die Kompressionsbinden Rhena-Varidress® und Autosana sind hierfür gut geeignet.

Der gut gewickelte Verband sitzt und hält gut und verursacht keinerlei Beschwerden. Er wird tags und nachts getragen und in der Regel einmal pro Woche gewechselt.

 

Vorteile des Kompressionsverbandes gegenüber dem Kompressionsstrumpf

  • Der Kompressionsverband ist stärker wirksam und wirkt schneller als der Strumpf
  • Kompressionsstrümpfe sind besonders für ältere Patienten schwer anzuziehen; der Verband wird für den Patient ganz bequem vom Arzt angelegt
  • Der Kompressionsstrumpf wird üblicherweise nachts nicht getragen, also täglich aus- und angezogen; der Kompressionsverband kann dagegen eine Woche lang Tag und Nacht getragen werden
  • Der Kompressionsverband darf im Gegensatz zum Kompressionsstrumpf auch bei nässenden Hautentzündungen angewendet werden
  • Der Kompressionsverband passt sich besser den jeweiligen Beinformen an, bei Änderung des Umfangs kann einfach neu gewickelt werden
  • Die Kompressionsbinden können auch als Stütz- und Fixationsverband bei Verletzungen und Schädigungen des Bewegungsapparates angewendet werden

Nachteile

  • Optisch nicht schön
  • Kann nicht selber angelegt werden, Termin mit Arzt notwendig